Impfungen



(Turnier-, Freizeit- und Zuchtpferde). Wenn Sie wünschen, mit Erinnerung an den nächsten fälligen Termin.

Pferdeinfluenza
Vorweg: Die hier beschriebenen Symptome sind nicht mit den „normalen Grippe-Erkrankungen des Pferdes zu verwechseln; vielmehr wird nachfolgend die hoch ansteckende Pferde - Influenza beschrieben:

Hierbei handelt es sich um eine Infektion der Atemwege (Rötung der Nasenschleimhäute, wässriger Nasen- und Augenausfluß, trockener harter Husten, Fieber). Oft entsteht nach einer Infektion mit Sekundären (zusätzlichen) Bakterien ein gelblich - grünlicher Schleim. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Anhusten, Anprusten etc..) . Aufgrund der hohen Kontagiosität (Ansteckung) breitet sich die Krankheit sehr schnell im gesamten Pferdebestand aus (ein Pferd im Stall reicht aus, um den gesamten Bestand zu infizieren). Deshalb wird empfohlen alle Pferde eines Bestandes gegen die Pferdeinfluenza zu impfen, denn durch die Impfungen kann die Infektionen verhindert werden oder zumindest die klinischen Erkrankungen erheblich gemindert werden.

Aufgrund der stetigen Veränderungen der Viren sollten Impfstoffe verwenden, die jeweils die aktuellen Virusstämme enthalten.

Auf internationalen und nationalen Reitsport-Turnieren ist die Schutzimpfung gegen die Pferdeinfluenza seit langem vorgeschrieben und wird vom Turniertierarzt anhand der hoffentlich korrekt durchgeführten Impfungen und Eintragungen im Equidenpass kontrolliert.

Impfschema:

Erstimpfung (Tag 0) 2. Impfung nach 42-70 Tagen (14 Tage nach der 2ten Impfung ist man bereits startberechtigt) 3. Impfung nach 6 Monaten +/- 21 Tagen 4. alle weiteren Impfungen erfolgen beim Pferd laut der Turnierordnung alle 6 Monate +/- 21 Tage (oder im speziellen Ausnahmefall zB. Krankheit nach 7 Monaten +/- 21 Tagen)

Startberechtigt ist man allerdings erst weitere 7 Tage nach der Impfung.

Zuchtstutenimpfung: Boosterung (Auffrischung) der Grundimmunisierten Tiere im 9. Trächtigkeitsmonat. Grundimmunisierung der Fohlen erfolgt ab einem Alter von mindestens 6 Monaten zurück

Pferdeherpesviren
Die Herpesviren treten in verschiedenen Formen auf: Für Impfungen wichtig sind die Herpesstämme EHV-1 und EHV-4.

EHV-1 ist verantwortlich für:

1. Atemwegserkrankungen: Fieber, klarer Nasenausfluss sowie die Gefahr einer Lungenentzündung mit bakteriellen Sekundärinfektionen (gelber Nasenausfluss)

2. Aborte v.a. ab dem 7.Trächtigkeitsmonat oder die Geburt lebensschwacher Fohlen

3. Nervenerkrankungen (Enzephalomyelitis): klinische Erscheinungen reichen von milden Bewegungsstörungen bis hin zur Lähmung mit Todesfolge

EHV 4 ist verantwortlich für:

milde Atemwegserkrankungen auf den oberen Respirationstrakt beschränkt

Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang latente (verborgene) Träger der Viren und können bei einer Schwächung des Immunsystems oder während anderer Krankheiten wieder zum Ausbruch gelangen. Man kann davon ausgehen, dass in jedem Bestand Herpeserreger sind. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder bei Aborten auch über Fruchtwasser und Nachgeburt. Als Virusreservoire werden latent infizierte Pferde angesehen.

Durch Impfungen werden die Viren (besonders unter Stresssituationen) eingedämmt und können dadurch nicht so leicht zu den oben beschriebenen Erkrankungen führen. Die Risiken einer klinischen Erkrankung werden so minimiert. Es gilt die Empfehlung, dass alle Tier eines Bestandes geimpft werden sollten!

Impfschema

Erstimpfung (Tag 0) 2. Impfung je nach Impfstoff nach 1-2 Monaten Wiederholungsimpfungen alle 6. Monate ; in Ausnahmefällen kann ( EINMALIG ) das Intervall auf maximal 9 Monate erweitert werden. NICHT richtig ist es, das Impfintervall grundsätzlich auf 9 Monate auszuweiten. Dies führt unweigerlich zum Verlust des Impfschutzes. Erstimpfungen können ab dem 6. Lebensmonat erfolgen.

Für Züchter wichtig :

Eine individuelle Komplikation der EHV-Infektion ist der Abort bei tragenden Stuten, der mit EHV Impfstoffen bekämpft werden kann, aber keine 100%ige Sicherheit bieten kann.

Zuchtstutenimpfung im 4./5. und 7./8. Trächtigkeitsmonat

Wundstarrkrampf (Tetanus)
Eine häufig tödlich verlaufende Infektion mit dem ubiquitär (weltweit) vorkommenden Bakterium "Clostridium tetani".

Das Pferd ist im Verhältnis zum Menschen und anderen Tieren vermehrt gefährdet. Das Tetanus - Toxoid lagert sich vor allem an den Nervenbahn-Enden an und wandert entlang der Nervenbahnen langsam aufwärts. Dies führt zu starren Lähmungen. Da die Therapie einer Infektion sehr schwierig ist und viele Pferde eine Erkrankung nicht überleben ist eine Prophylaxe unverzichtbar.

Impfschema:

Erstimpfung (Tag 0) 2.Impfung nach 4-8Wochen 3. Impfung nach 1 Jahr Wiederholungsimpfungen alle 2 Jahre Grundimmunisierung Fohlen: 6., 8./9. Lebensmonat Zuchtstutenimpfung: 9. Trächtigkeitsmonat zurück

Tollwut
Nur das vom infizierten Fleischfresser (z.B Fuchs beisst auf der Weide das Pferd in die Lippe) gebissene Pferd kann erkranken. Deshalb sollten Pferde in Weidehaltung mit Tollwutexposition schutzgeimpft werden (allerdings gibt es nur noch sehr wenige Gebiete in Deutschland, in denen eine Tollwutimpfung sinnvoll ist). Eine einzige Impfung pro Jahr genügt. Fohlen können zu jeder Zeit ab dem abgeschlossenen 4. Lebensmonat in ein Immunisierungsprogramm aufgenommen werden. Zuchtstuten sollten im 9. Trächtigkeitsmonat geimpft werden.

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